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Das Lauterer Begegnungszentrum mit der Heimatstub`- ein Magnet für alle Heimatfreunde

„Vergass die Haamit net“, aus einem Liedtext von Anton Günther, sollte man in unserem Fall als unbedingte Aufforderung verstanden wissen, diese Räumlichkeiten in der Nähe der Straße des Friedens zu besuchen. Mit neuen Eindrücken über unsere Heimatstadt und den damit verbundenen Glücksgefühlen (so hoffen die Macher dieser Stätte) werden Sie Ihren Heimweg antreten.

Dieses so genannte Begegnungszentrum (oder auch „Haus der Vereine“) von Lauter besteht aus der „Schnitzstub’“, den dazugehörigen Nebenräumen und der Heimatstube – einem sich in Entwicklung befindlichen Heimatmuseum. Im Gebäude haben auch noch die Kraftsportler aus Lauter ihr Domizil.

Es war die Idee unseres Bürgermeisters Thomas Kunzmann, des verstorbenen früheren Leiters der Lauterer Schnitzer Dieter Swiniarek, der Eheleute Roswitha und Siegfried Bergk und besonders auch des damals ersten Vorsitzenden Schnitzers Thomas Bussler zur Pflege des erzgebirgischen Brauchtums eine solche Stätte zu schaffen und einzurichten.

Unter der Obhut des Erzgebirgszweigvereins Lauter schufen die Genannten gemeinsam mit einer Vielzahl von aktionswilligen Heimatfreunden und unter Verwendung eigener finanzieller Mittel und Materialien (ohne Finanzen der Stadt in Anspruch nehmen zu müssen) die Einrichtung einer „Schnitzerstub’“ und der Nebenräume. Dort haben die Schnitzer, Korbmacher und die Geschichts- und Heimatfreunde unter Leitung unseres Ortschronisten Volker Zimmer ihr Domizil, in dem sie ihre Hobbys ausleben dürfen.

Die Lauterer Schnitzergilde wurde durch Dieter Swiniarek bis zu dessen Ableben geleitet. Zu den Hobbykünstlern zählen Andre Wappler (Leiter der Gruppe), Joachim Wenzel, Heinz Ehrig, Edgar Weiß, Thomas Bussler, Frank Kreisel, Frank Weigel, Sören Porkert und unser Bürgermeister Thomas Kunzmann. Dienstags und freitags von 17-19 Uhr und am letzten Sonnabend eines jeden Monats von 14.30 bis 17 Uhr treffen sich diese Männer in ihrer Schnitzerstub’, reden dort über alles, geben den Gästen Auskunft über ihre Arbeit und inspirieren sich gegenseitig zu hoher Leistung als Hobbykünstler. Im Rahmen des Erzgebirgszweigvereins präsentieren sie in Leistungsschauen, in öffentlichen Veranstaltungen, bei Feiern und Festen ihre Hobbykunst und vertreten so ihre Heimatstadt und ihren Verein. Höhepunkte in ihrer Öffentlichkeitsarbeit sind Ausstellungen und das Schauschnitzen zum „Lauterer Vugelbeerfast“, zum „Conradswiesenfest“, das „Spiegelwaldschnitzertreffen“ auf dem König-Albert-Turm (mit Schnitzerkollegen aus den Nachbarorten), das Aufstellen der neuen Lauterer Weihnachtspyramide (unter Verwendung der eigenen geschnitzten Figuren) und die Teilnahme an den Feierlichkeiten der 325jährigen Ortsgründung von Oberpfannenstiel in diesem Jahr.

Unsere Hobbyschnitzer sind bemüht, auch für den Nachwuchs dieser traditionellen erzgebirgischen Volkskunst im Ort zu sorgen. Zurzeit erlernen in unserer Begegnungsstätte sechs Schüler bei ihnen das Schnitzerhandwerk. Sie sind sehr stolz auf die sichtbaren Ergebnisse ihrer liebgewordenen Freizeitbeschäftigung.

Die Schnitzer freuen sich darauf, interessierte Kinder und Jugendliche ausbilden zu dürfen. Unser Erzgebirge lebt auch von der traditionsreichen Kunst des Schnitzens, des Klöppelns und speziell in Lauter von der Tradition des Korbmachens.

Ein stolzes Ereignis für unseren Ort bildete die Zusammenkunft von Frauen und Männern in dem Spankorbstübel bei der Familie Barth an der Schwarzenberger Straße, die das traditionelle Korbflechten als Lauterer Markenzeichen nicht der Vergessenheit überlassen wollten. Bekanntlich trug das Dorf Lauter die Spankorbherstellung in die Welt. Im Jahre 1900 waren 40% der Erwerbstätigen des Ortes in der Spankorbproduktion als Handwerker oder in der industriellen Fertigung tätig. Diese Interessengemeinschaft leitete Elfriede Georgi, die das Handwerk von der Pike auf erlernte und bis ins sehr hohe Alter ihre Erfahrungen weitervermittelte. Heute wird diese Hobbygruppe von dem Schwarzenberger Martin Hermann geleitet, der den Beruf eines Korbmachers in Lauter noch erlernte. Dieser Gruppe gehören weiter an: seine Frau Gudrun, Eva und Susann Espig, Roswitha Friedrich, Dr. Rainer Kilian, Hilde Nettling und Gisela Kunzmann. Von Martin Hermann und Elfriede Georgi erlernten weitere Hobby-Korbmacher die Herstellung von Fichtenholz-Schieneln, die die Grundlage für den Korbkörper bilden. Der Lauterer Traugott Lauckner gilt mit dessen Erfindung im Jahre 1825 als der Begründer der Spankorbproduktion in unserem Ort. Auch die Hobby-Spankorbflechter treffen sich zur Pflege ihrer kunsthandwerklichen Tätigkeit meist vierzehntägig und zu besonderen Höhepunkten oder bei Voranmeldungen in einem für sie speziell gestalteten Raum in der Begegnungsstätte.

Den Grundstock für das in Entwicklung befindliche Heimatmuseum bilden die Gegenstände und Sammlungen der Ausstellung anlässlich des „Heimatfestes – 850 Jahre Lauter“ in den Räumlichkeiten der „Baulücke“ im Jahre 2009. Diese historische Schau umfasst die Themen industrielle Entwicklung und Landwirtschaft im Ort, die Vielfalt des Lauterer Handwerks, die Bedeutung der Spankorbproduktion, Lauter als Ort der Händler und Hausierer, der Wald und die Forstwirtschaft, der Bergbau, Kultur, Bildung und der Sport. Eine besondere Attraktion der Ausstellung bildet das in dreijähriger Präzisionsarbeit durch den Lauterer Thomas Kunz hergestellte funktionstüchtige und maßstabsgerechte Modell der historischen Lohmühle im Griesetal. Die Inneneinrichtung der nachgestellten Historie (Stampfe, Antriebsräder in Aktion) ist durch eine Glasscheibe zu erkennen und der Vorgang wird für den Besucher erlebbar. Ein Film erläutert den Gästen den betrieblichen Ablauf, die technischen Daten und in diesem Zusammenhang die geschichtlichen Fakten.

Helmut Georgi und seine Frau Sieglinde sind rastlos am Erhalt, der Erweiterung, der Erneuerung und der Erhöhung der Attraktivität der historischen Schau tätig und behandeln diese Einrichtung so – als wäre sie ihr Eigentum. Sach- und fachkundige Unterstützung erhalten sie durch Frank Maschka und Carmen Rösler.

Frank Maschka  ist zuständig für die Farbigkeit und Farbgebung (Wandbilder), für die grafische Gestaltung von Flächen, für die Herstellung attraktiver Modelle, für die Beschriftungen und damit insgesamt für die Darstellung von Übergängen und Zusammenhängen. Carmen Rösler zeichnet als Angestellte der Stadtverwaltung für das Haus mitverantwortlich.

Hans-Jürgen Dost und Helmut Georgi sind versierte Kenner der Lauterer Heimatgeschichte. Sie sind zuständig für die Führungen von Einzelpersonen und Gruppen durch die Räume und Ausstellungen des Hauses.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, beachten Sie bitte im Zusammenhang mit dem bisher Geschriebenen folgende Informationen:

1. An jedem letzten Sonnabend des Monats sind Sie in der Zeit von 14.30 bis 17.00 Uhr in diese Begegnungsstätte herzlich eingeladen. Die Besichtigung der Räumlichkeiten der Schnitzer und Korbmacher und der historischen Schau in der Heimatstub’ ist möglich und natürlich kostenlos. Anwesend sind Hobbykünstler und ein Ausstellungsführer.

2. An jedem Dienstag und Freitag versammeln sich die Hobbykünstler in ihrer Wirkungsstätte. Sie dürfen auch an diesen Tagen in der Zeit von 16 bis 18 Uhr diese Räumlichkeiten besichtigen. Voraussetzung ist eine Voranmeldung bei Frau Carmen Rösler in der Stadtverwaltung unter der Telefonnummer 03771 7031-

30. Sie sollten dabei Ihre Wünsche äußern. Auch eine Führung wäre danach möglich.

3. Für Familienfeste und Feiern dürfen Sie die Heimatstub’ für zwei bis drei Stunden für ein entsprechendes Entgelt bei der Stadtverwaltung mieten. Entsprechend Ihres Wunsches ist eine Führung möglich und der eine oder andere Schnitzer und Korbmacher könnte für Sie anwesend sein.

Zuständig für die Vermietung:      Frau Lydia Georgi, Stadtverwaltung, Tel.-Nr. 703117,

Zuständig für die Organisation:    Frau Carmen Rösler, Stadtverwaltung, Tel.-Nr.: 703130.

4. Für Kindergruppen aus den KITAS und für Schülergruppen ist bei entsprechender Voranmeldung eine Besichtigung der Räumlichkeiten möglich und erwünscht.

5. Unser Ortsteil Bernsbach besitzt ebenfalls eine beneidenswerte Schau über die Entwicklung von einem Dorf armer Bauern zur Entwicklung eines vielseitigen Handwerks und zur Entstehung und Entwicklung eines Industriestandortes. Das Heimatmuseum des EZV Bernsbach beinhaltet u.a. historische Schaustücke wie die Kamee von Gemmenkünstler Christian Friedrich Hecker (1750-1795), eine wertvolle „Cosmographey“, verfasst von Sebastian Münster aus dem Jahre 1579 und die „Künstliche Niere“ von Dr. Wolfgang Kaden. Es lohnt sich für alle Bewohner unserer Stadt, auch diese Schau zu besichtigen.

Für die Ideengebung einer solchen Einrichtung, für die ständige Erweiterung und Entwicklung dieser Bernsbacher historischen Schau zeichnete und zeichnet sich noch Matthias Herrmann verantwortlich.

Die Schnitzer und Korbmacher, der Stadtchronist Volker Zimmer, die Angestellten der Stadtverwaltung Frau Rösler, Frau Georgi und Herr Maschka, die Leitung des Erzgebirgszweigvereins Lauter, Helmut Georgi und seine Frau Sieglinde und Hans-Jürgen Dost freuen sich auf Ihren Besuch.

Bemerkung: Die „äußere Hülle“ dieser Begegnungsstätte unterliegt laut Vorhaben in nicht allzu ferner Zeit einer Verschönerungskur.

Herbert Kragl

 

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